Dave Stewart bringen viele nur in der Zusammenarbeit mit Annie Lennox und den Eurythmics unter ihren Hut. Doch der in Sunderland, GB, geborene Gitarrist und Songschreiber hatte ja schon immer ein Faible für bluesige, countryeske Songs und genau diesen frönt er auf seinem aktuellen Album „Blackbird Diaries“. Sich diese Tagebücher sind nicht pur Country… doch was ist richtige Countrymusik? Wie alle Musikformen unterliegt letztlich auch Country dem Wandel und wäre schon längst vergessen und tot, würde man heute noch wie einst Jimmie Rodgers jodeln oder die Carter Family singen. Wenn Dave Stewart jetzt Country für sich definiert, so hat das seine Berechtigung. Die „Blackbird Diaries“ sind Stewarts erstes Soloalbum seit 15 Jahren und ohne Zweifel kann er von den Damen nicht lassen. So wie einst Annie Lennox, so sind es hier die Frauen, die ihn zu Höchstform auflaufen lassen. Ohne Martina McBride wäre „All Messed Up“ beispielsweise nur die Hälfte wert. Nein, die „Blackbird Diaries“ sind kein reines Countryalbum, aber Stewarts Songs haben die Qualität eines guten Countrysongs und der wurde und wird ja stark vom Blues beeinflusst. So gesehen sind Stewarts Ausflüge zwischen Country, britischem Blues à la Stones, vielleicht wegweisend für das, was in den kommenden Jahren noch auf die Countrymusik zukommen wird. Nicht alles stammt aus Stewarts eigner Feder, viele der Songs sind in Zusammenarbeit u. a. mit Stevie Nicks entstanden, so auch „Cheaper Than Free“, das sich ja auch auf Nicks CD „In Your Dreams“ findet. Aber wen stört das schon, man muss nicht nur gute Lieder selber schreiben können, man muss auch wissen, wo gute Songs zu finden sind. Stewart kann beides. ego
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Newtone Music
CD des Monats Juli 2011
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