Willie Nelson

American Classics

Willie Nelson: American Classic

Typisch Willie – oder auch, er kann’s nicht lassen. Da kommt er uns Anfang des Jahres texasswingend mit „The Wheel“ entgegen, nur um ein paar Monate später zu zeigen, es geht noch besser. „American Classic“ ist ein Album, das den alten Mann mit allen seinen – fast schon genialen - Facetten zeigt. Willie Nelson, das wissen seine Fans schon lange, ist nicht einfach nur Country. Willie Nelson ist einfach ein Vollblutmusiker, der sich wenig um Genres kümmert und ebenso unbekümmert spielt, was ihm gefällt.

Mit „American Classic“ hat er die Gefilde der Countrymusik erneut verlassen – wie schon bei seinem „Blues“-Ausflug mit Wynton Marsalis, bei „Teatro“ oder seinem 30 Jahre alten „Stardust“-Album. Seine Gitarrenlicks erinnern an Django Reinhardt, seine Stimme an Willie Nelson (denn die ist einmalig) und das Endergebnis ist eine köstliche Mixtur, die sich leicht groovend in die Gehörgänge schummelt und festsetzt. „American Classic“ ist kein Album für heiße Tage, heiße Nächte sind da eher angesagt, denn Willie kommt auf Samtpfoten daher und interpretiert diese Songs aus dem (quasi) American Songbook mit so viel Understatement, dass selbst einem britischen Lord keine Augenbraue zucken dürfte. Ob „Fly Me To The Moon“ (Sinatra lässt zwar grüßen, doch ist keinen Vergleich wert) oder die Duette mit Diana Krall und Norah Jones (ihren gemeinsamen Song „Baby, It‘s Cold Outside“ haben nur Ray Charles & Betty Carter einst besser gesungen) Willie zeigt uns nicht nur, wo die Harke hängt, sondern auch wie man mit ihr umgeht. Höhepunkt des Albums dürfte aber „You were always on my mind“ sein. Vor 30 Jahren und auf der Suche nach dem Sternenstaub hat in Willie schon einmal gesungen und wurde in die Charts katapultiert. Jetzt mit 76 Jahren also ein Remake und das zeigt, dieser Nelson bringt uns auch jetzt noch ins Schwitzen. ego

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CD des Monats August 2009

 

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